Dienstag, 2. Juni 2015

Joëlle Valterio - TIER - ISCH TIER – ICH


artLABOR, 23.-27. März 2015, Alte Feuerwehr Viktoria Bern

Eine Projektwoche mit 20 Kindern 5-12 jährig, der Schule Spitalacker. 


Ich zitiere Joëlle:
In dieser artLABOR Projektwoche ging es mir darum einen Raum zu schaffen für Kinder, für Kunst und für Tiere - für Bewegung und Sprache – Poesie und Geschichten. Wo Fantasie und Träume auch körperlich erfahren werden und auf Papier Spuren hinterlassen. 


Wir haben mit Alltagsmaterialien gearbeitet: Papier, Schnur, Klebband, Schreibzeug. Papier als Projektionsfläche des Schreibens, des Denkens, des Erzählens, der Träume und der Fantasie hat uns die ganze Woche begleitet. Wir haben mit den haptischen und akustischen Qualitäten des Papiers experimentiert und das flache Blatt in die dritte und weitere Dimensionen erfahren. Wir sind damit einem Prozess nachgegangen und haben das "Entstehen lassen" geübt - wie es ist, sich mit dem Material zu befassen, Aufmerksamkeit zu schenken - eine Ahnung, eine Intuition wachsen zu lassen, zu beobachten, begleiten, ohne im voraus zu wissen was es wird.


Wir haben Raum und Räume wahrgenommen – Ecken, Boden, Farben, Schwellen, Zweck, etc. - und damit/darin kompositorische Entscheidungen getroffen - wo stelle ich mich wie hin in diesem Raum, wo bin ich, wo die anderen, wo die Zwischenräume – wie bewege ich mich in diesen Zwischenräumen... Das gleiche mit/auf/in grossen und kleinen Papierformaten.




Poetische Momente und Geschichten sind entstanden. Im zerknüllten Papier haben wir Gedanken spielen lassen: "Nonne mit Kind und Kind im Tuch, Haut und Höhle, Kopf und Kugel, Spuren und Spüren... Hundebastelen!" Viele Kinder sind vom Schreiben auf darstellendes Zeichnen ausgewichen. Zeichnungen waren dann Ausgangspunkt von Geschichten.
















Wir haben Tierlis aus Papier gebastelt und mit ihnen gespielt. Wir haben uns wie Tiere bewegt und getönt. Die Menschensprache haben wir auch gebraucht, um z. Bsp. eine Liste aller Tiere zu machen. Viele Tierzeichnungen sind entstanden. Wir haben einen Einblick in "Bericht für eine Akademie" von Franz Kafka gehabt. Wir sind der Frage nach unserer Beziehung zum Tierischen gegangen – das Ich und das Tier - mit Namensschilder, Ich-Geschichten, Menschenspuren und Tierspuren – TIER-ISCH TIER-ICH.














Welche Spuren hinterlassen wir? Welche Spuren hinterlassen unsere Aktionen? Schreiben, Zeichnen, Rennen, Stehen, Schreien... Wir haben das Ephemere erlebt, indem wir mit Wasser geschrieben und gezeichnet haben. Unser "Abfall", unsere Papierreste haben wir Ende Woche noch verwendet (Recyclen).













Ende der Woche sind wir der Frage nachgegangen, was man von unserem Prozess mit einem Publikum teilen kann und wie – was als Ausstellung / was als Performance / was kann man nicht teilen. Auch die Rückmeldung zu einem Kunstwerk haben wir geübt: durch Erzählen und Assoziieren und Fotos....




















Die Ausstellung am 27. und 28 März 2015 in der AFV hier




Die Woche ist meiner Ansicht nach sehr gut gelaufen und war eine erste wertvolle Erfahrung in der künstlerischen Zusammenarbeit mit Kindern. Die Offenheit und Unterstützung der Lehrerinnen im ganzen Prozess habe ich sehr geschätzt. Der Raum – die ehemalige Schreinerei der Feuerwehrkaserne Viktoria – war sehr geeignet – besonders mit der Möglichkeit den Innenhof zu gebrauchen.

Mitgearbeitet haben:
Rolf Schulz, Theaterpädagoge und Konrad Gruber, Künstler hier

Anna Barbara Feitscher und Sabina Stefanatos, Lehrerinnen



Wir danken den Unterstützenden:
Fondation Michèle Berset hier

Warlomont-Anger-Stiftung hier 

Stanley Thomas Johnson Stiftung hier
westwind6 hier
Bildung&Kultur Kanton Bern hier 
Die Mobiliar hier 









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